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Die Zukunft der Erinnerung – ein Podiumsgespräch mit Anita Lasker-Wallfisch und Joachim Gauck

23.06.2019: Am Donnerstag, den 13.06.19, haben sich Schüler verschiedener Braunschweiger Gymnasien in der Dornse im Altstadtrathaus zusammengefunden, um der Auschwitz-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch und dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck Fragen zur Erinnerungskultur in Deutschland, zu deren Lebensgeschichten, aber auch zur aktuellen politischen Situation und dem Verhalten junger Menschen in der heutigen Zeit zu stellen, und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wir waren vom WG mit einer Gruppe von 15 Schülern zusammen mit Frau Huhn und Herrn Nowak dabei.

Nachdem der Bürgermeister Ulrich Markurth in den Nachmittag eingeführt hatte, begannen die beiden Zeitzeugen, grundsätzlich ihre Meinung zum öffentlichen Umgang mit dem Holocaust, sowohl in der Erinnerungskultur als auch im politischen Diskurs zu erklären, wobei gerade Frau Lasker-Wallfisch für eine offenere Sichtweise auf andere Menschen, und gegen die oberflächliche Einordnung von Menschen in einfache Gruppen plädierte, „Es gibt nicht ‚die Juden‘, jeder Mensch ist verschieden“, so sagte sie.

„Ich habe dieses Land gehasst“, so schilderte der ehemalige Bundespräsident seine Gefühle, als er nach dem Krieg realisierte, welche Verbrechen das nationalsozialistische Deutschland begangen hatte.

Dann wurde mit den Fragen der Schüler fortgefahren, welche vorher eingereicht werden konnten, hierbei wurde der Fokus des Gesprächs auf Erinnerungskultur verschoben, über die Relevanz von schulischen Exkursionen zu Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager diskutiert. Joachim Gauck machte sich im Folgenden auf die Frage, wie man mit Holocaust-Leugnern umgehen solle, für eine konsequente Haltung gegenüber populistischen und rechtsextremen Strömen in der Gesellschaft stark.

Ich habe die Ausführungen dieser beiden für mich sehr spannenden Personen als sehr berührend wahrgenommen, und war beeindruckt, wie pointiert und klar eine Haltung bezogen wurde, die ich in der heutigen Gesellschaft in Verbindung mit den politischen Entwicklungen, für wegweisend und richtig halte. Gerade, wenn man die Geschichte von Anita Lasker-Wallfisch hört und die Gefühle einer solchen Frau auch nur ansatzweise nachzuvollziehen lernt, realisiert man, wie wertvoll und wichtig Berichte und Meinungen von Zeitzeugen wie sie sind, und ebenso, dass auch nur eine Entwicklung in eine nur ansatzweise rechtspopulistische Richtung sehr gefährlich für eine Gesellschaft sein kann, da die Folgen kaum abzusehen sind. Und gerade diese Dramatik, die solche Berichte mit sich bringen, braucht es auch, um die Signalwirkung zu erwirken, die die Diskussion am Donnerstagnachmittag hatte.

Jakob Przybilski, Klasse 11ms2

 

 

    Fotos: O. Nowak

 

 

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